Motorfliegen
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WIKIPEDIA - Motorschirm:
Ein Motorschirm ist im weitesten
Sinne ein mit Motor ausgerüstetes Gleitsegel.
Heute wird darunter allerdings gemeinhin
speziell ein mit Rucksackmotor oder Trike
("Rucksackmotor mit Rädern")
ausgerüsteter Gleitschirm verstanden.
Motorschirme sind Luftsportgeräte und
mit den für diese typischen luftrechtlichen
Problemen konfrontiert. Schon im deutschsprachigen
Raum unterliegen sie so beispielsweise zur
Zeit geräte- und länderabhängig
unterschiedlichsten rechtlichen Rahmenbedingungen:
In Deutschland gelten sie aufgrund des Motors
nicht mehr als Gleitschirm, sondern als
Ultraleichtflugzeug. In Österreich
werden Motorschirme demgegenüber grundsätzlich
als motorisierte Paragleiter (Gleitschirme)
und eben nicht als Ultraleichtflugzeug angesehen.
In der Schweiz schließlich sind Motorschirme
bisher generell nicht zugelassen.
Erste Motorschirmflüge erfolgten bereits
1964, allerdings nicht mit Gleitschirm,
sondern mit Flächenfallschirm: Am 01.
Oktober 1964 war von Jalbert die Anmeldung
seines kasten- bzw. matratzenförmigen
mehrzelligen Fallschirmkonzeptes (Parafoil)
erfolgt, dessen Prinzip praktisch allen
heutigen Sportfallschirmen und Gleitschirmen
zugrundeliegt, und noch im selben Jahr flog
eine erste motorisierte Version von Nicolaides.
Motorschirmtrike
Motorschirmtrike
Durch den Motor wird das Gleitsegel auch
in ebenem Gelände fuß- bzw. rollstartfähig
und kann anschließend auch ohne dynamische
Aufwinde oder Thermik längere Zeit
in der Luft bleiben. Die Motorleistung wird
beim Flug im wesentlichen in Steigen umgesetzt,
während für die Geschwindigkeit
grundsätzlich weiter der konstruktionsbedingte
Geschwindigkeitsbereich des verwendeten
Gleitsegels verantwortlich bleibt. "Gasgeben"
macht den Schirm also nicht schneller, sondern
führt zu Steigen. In einem kleinen
Bereich kann die Geschwindigkeit (ca. 6
km/h) über eine Neigungsveränderung
der Kalotte verändert werden. Hierzu
werden Trimmer verwendet. Die Trimmer (Motorflug)
können außerdem zum Ausgleich
des Motordrehmomentes verwendet werden,
um den Schirm ohne Steuereingriff geradeaus
fliegen zu lassen.
Im Gegensatz zum Gleitschirmfliegen am
Berg werden Motorschirme mit einer etwa
30 kg höheren Flächenbelastung
geflogen. Hierdurch ergeben sich höhere
Start- und Landegeschwindigkeiten. Die Fluggeschwindigkeit
ist allerdings bei stationärer Höhe
nur etwa gleichgroß wie bei einem
nicht motorisierten Gleitschirm, da der
Motor den Anstellwinkel vergrößert
und somit die Horizontalgeschwindigkeit
verringert. Neue Schirmentwicklungen mit
Reflexprofil erlauben einen zuvor nicht
gekannten Geschwindigkeitsbereich bis zu
70 km/h. Diese hohe Geschwindigkeit wird
allerdings durch entsprechend hohes Sinken
erkauft, weshalb es sich hierbei um Schirme
handelt, die in erster Linie mit dem Motor
geflogen werden können. Leider sind
diese Schirmtypen in Deutschland noch nicht
zugelassen.
Im englischen Sprachraum werden Motorschirme
entweder als Powered paraglider (PPG) oder
Powered parachute (PPC) bezeichnet. Diese
begriffliche Unterscheidung erfolgt primär
zwar nach der Art des verwendeten Gleitsegels,
kennzeichnet über deren bevorzugte
Verwendung in den USA damit häufig
aber auch, ob es sich um einen Fußstart-Motorschirm
oder einen rollstartfähigen Motorschirm
handelt. Ein Motorschirm mit Rucksackmotor
wird demnach in der Regel als PPG, Motorschirmtrikes
hingegen als PPC angesprochen und Letzteren
dienen in den USA dann meist tatsächlich
auch Flächenfallschirme als Tragfläche.
Rucksackmotor:
Die Bauteile eines Rucksackmotors sind Motor
mit Tank und Propeller sowie ein oft mit
einem Netz bespannter 1- oder 2-Ring-Schutzkäfig.
Die Verbindung zum Piloten erfolgt in der
Regel mittels Trägergurten, wie bei
einem Rucksack, wobei das Gewicht des Motors
im Fluge vom Schirm getragen wird und den
in einem bequemen Gurtzeug sitzenden Piloten
kaum belastet. Zur Zeit werden fast nur
2-Takt Motoren als Antrieb verwendet. Bei
einem Verbrauch zwischen 3 und 4 l/h sind
mit den üblichen Tanks Flugzeiten von
2 bis 4h möglich. Die Reichweite beträgt
dann (windabhängig) etwa 100 km.
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